Philosophie

 
Unterrichtet von: Material und Links
  • Kruse, Daniel
  • Lange, Jens (FV)

„Was ist das?“
Diese Frage dürfte keinem Menschen ernsthaft fremd sein. Sie ist eine der ersten Fragen, vielleicht auch eine der ersten Sätze, die man als Mensch auf dieser Welt sagt. So einfach diese Frage zunächst erscheinen mag, drückt sie doch ein grundlegendes Verhältnis des Menschen zur Welt aus: er kennt sich in ihr nicht aus, weiß nicht von Geburt an, was sie ist, woher sie kommt und welche Rolle er in ihr spielt.
Wer ehrlich ist stellt zudem schnell fest, dass diese Frage oft gar nicht so einfach zu beantworten ist, insbesondere dann wenn man versucht, die Frage umfassend und genau zu beantworten.

„Was bin ich?“
„Was ist die Welt?“ „Was ist der Mensch?“ „Was ist „Gott“?“ – Das sind Fragen, die Kinder auch schon stellen. Wer würde ernsthaft leugnen wollen, dass diese (zum Teil zunächst einfach anmutenden) Fragen von fundamentalster Bedeutung für uns sind und wie schwer sie dennoch zu beantworten sind. Seit Jahrhunderten und länger setzen sich Wissenschaften, Parawissenschaften, Pseudowissenschaften und Religionen mit diesen Problemen auseinander, doch ihre Antworten sind bestenfalls Theorien, Teilantworten oder Dogmen. Und ohne eigenes Denken und Verstehen bringen auch diese nichts.
Wer Gewissheit haben will, der muss (sich) diese Fragen stellen und sich diesen Fragen stellen; der muss die historischen und aktuellen Lehren kennen lernen, verstehen und SELBST prüfen, denn Denken ist ebenso wenig delegierbar wie Essen, Trinken, Lieben, Träumen und Hoffen; der darf auch bei Schwierigkeiten oder Hindernissen nicht aufgeben oder nachlassen, der muss auch penetrant sein (eindringlich, aufdringlich) bis eine gut begründete und für ihn als wahr akzeptable Antwort gefunden ist. Eben dieses Fragen und Denken ist Philosophieren. Jeder, der es tut, ist schon ein Philosoph/in, was freilich aber noch nichts darüber aussagt, ob er/sie ein/e gute/r ist.

DU entscheidest!
Diese und viele andere Fragen stellt sich die Philosophie (oder besser gesagt der/die Philosoph/in) und keine andere Wissenschaft ist in der Lage, sich diese genuin menschlichen Fragen in solch umfassender Weise zu stellen. Um es gleich klarzustellen: die Philosophie bietet keine fertigen Antworten, sie kann es und will es nicht. Die Auseinandersetzung mit Philosophie kann aber u.a. helfen, Fragen richtig zu stellen und den Weg zu guten Antworten besser zu finden. Die Philosophiegeschichte bietet zudem einen reichen Schatz an Untersuchungen, Problematisierungen, Gedanken und Erfahrungen, die das gute und zügige Weiterkommen auch in schwierigen Fragestellungen erleichtern.
Um Philosoph zu sein musst Du keinem Club beitreten, keinen Vereinsbeitrag bezahlen und keinen Vertrag unterschreiben. Du musst niemandem Treue schwören und verschreibst Dich keiner politischen oder religiösen Richtung. Du musst Dich nur trauen, Mensch zu sein, die Fragen zuzulassen und sie ernsthaft anzugehen.

Deshalb ein herzlicher Gruß und eine herzliche Einladung auch an Dich, Philosoph zu werden.

Jens Lange