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September 2026

Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald 2026

Von Lena Tigges

Vom 21. bis 24. September 2026 besuchte eine Gruppe von 22 Schülerinnen und Schülern aus der EF und der Q1 die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar.

Nach einem ersten Kennenlernen mit unserer Guide Franzi verschaffte sich die Gruppe zunächst einen Überblick über das weitläufige Gelände der Gedenkstätte. Am Abend beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen mit den Biografien einzelner Häftlinge des ehemaligen Konzentrationslagers. Am nächsten Morgen wurden ihre Ergebnisse gemeinsam besprochen und in den historischen Kontext eingeordnet. Bei einem anschließenden Rundgang über das ehemalige Lagergelände konnten die Verbrechen der SS sowie die Folgen von Ausgrenzung, Verfolgung und Entrechtung anhand konkreter Orte und Schicksale nachvollzogen werden.

Die Dauerausstellung „Buchenwald. Ausgrenzung und Gewalt 1937 bis 1945“ bot anschließend die Möglichkeit, einzelne Aspekte weiter zu vertiefen. Originale Gegenstände aus dem Lager, Dokumente und Fotografien sowie die Lebensgeschichten ehemaliger Häftlinge vermittelten dabei unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte des Konzentrationslagers.

An unserem letzten Tag auf dem Gelände konnten die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Interessen weitere Schwerpunkte setzen. Zur Auswahl standen unter anderem die Kunstausstellung „Überlebensmittel – Zeugnis – Kunstwerk – Bildgedächtnis“, die sich mit während und nach der Haft entstandenen Kunstwerken beschäftigt, sowie die Ausstellung zur Geschichte des sowjetischen Speziallagers Nr. 2, das sich von 1945 bis 1950 auf dem Gelände befand. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, sich anhand historischer Fundstücke und Objekte intensiver mit der Geschichte des Ortes auseinanderzusetzen.

Zum Abschluss besuchte die Gruppe die 1958 eingeweihte Mahnmalsanlage mit dem weithin sichtbaren Glockenturm. Dabei wurde auch thematisiert, wie die Erinnerung an Buchenwald in der DDR politisch geprägt wurde.

Vor der Rückfahrt nahm die Gruppe an einer Stadtführung durch Weimar teil. Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über die Ausgrenzung, Verfolgung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung sowie über die nationalsozialistischen Pläne zur Umgestaltung der Stadt. Gemeinsam wurde außerdem der Frage nachgegangen, welche Rolle die Bevölkerung und verschiedene gesellschaftliche Institutionen bei der Ausgrenzung und Verfolgung spielten.

So bot die Fahrt nicht nur die Möglichkeit, sich intensiv mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. In Weimar, einem zentralen Erinnerungsort der ersten deutschen Demokratie, konnten wir zugleich über die Bedeutung demokratischer Werte sprechen und gemeinsam darüber reflektieren, was die Forderung „Nie wieder!“ vor dem Hintergrund der Geschichte für uns heute bedeutet.

Daran erinnert auch ein Wunsch der Buchenwald-Überlebenden Éva Fahidi-Pusztai: „Wir sind Großeltern und das Schicksal unserer Enkelkinder ist uns das Wichtigste. […] Das Beste, was ich ihnen wünschen kann – wenn es auch noch so utopistisch klingt – ist, dass sie sich ein angstloses Leben schaffen. Dass sie sich eine demokratische Gesellschaft erbauen, in der institutioneller Hass unbekannt ist.“