Oktober 2026
Projektkurs „Raumanalyse des Sauerlandes“ nimmt Wald, Wasser und Klima am Möhnesee unter die Lupe
Von Jonas Ivo
Wie prägen Natur, Landschaft und menschliche Eingriffe das Sauerland? Mit dieser und vielen weiteren Fragen beschäftigt sich in diesem Schuljahr der Projektkurs „Raumanalyse des Sauerlandes“. Ziel des Kurses ist es, dass die Schülerinnen und Schüler eigene geografische und historische Fragestellungen entwickeln, diese wissenschaftlich fundiert untersuchen und schließlich im Rahmen einer eigenständigen Projektarbeit beantworten. Dabei stehen neben der fachlichen Recherche insbesondere das wissenschaftspropädeutische Arbeiten und der praktische Einsatz unterschiedlicher Untersuchungsmethoden im Mittelpunkt.
Um den im Unterricht entwickelten Fragestellungen möglichst früh eine praktische Grundlage zu geben, führte die dreitägige Kursfahrt vom 14. bis zum 16. Oktober an den Möhnesee. In Kooperation mit dem Landschaftsinformationszentrum (LIZ) Möhnesee, einem Regionalzentrum im Landesnetzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) NRW, wurde ein abwechslungsreiches fachliches Programm zusammengestellt. Untergebracht war die Gruppe im Heinrich-Lübke-Haus, das mit seiner Lage mitten im Sauerland einen idealen Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit der Region und ihren Besonderheiten bot.
Bei bestem Herbstwetter stand nach der Ankunft und dem gemeinsamen Mittagessen am ersten Tag zunächst die Waldökologie im Mittelpunkt. Bei einem Rundgang durch den Arnsberger Wald erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die ökologische Bedeutung heimischer Wälder und deren aktuellen Zustand. Dabei wurden insbesondere die Folgen der vergangenen Kalamitäten, die Herausforderungen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und die Schwierigkeiten bei der Wiederaufforstung thematisiert. Auch die Bedeutung des Waldes für den Naturschutz und den Klimaschutz wurde anschaulich erläutert.
Am Donnerstag folgte mit der Besichtigung der Möhnetalsperre ein weiterer wichtiger Programmpunkt. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren zunächst anhand eines Films und fachlicher Erläuterungen Wissenswertes über die Entstehung, die Funktionsweise und die Bedeutung der Talsperre sowie deren Einfluss auf die umliegende Landschaft. Anschließend ging es zum Kontrollstollen auf der Nordseite des Ausgleichsweihers. Dort erhielten die Jugendlichen weitere Einblicke in die technischen und wasserwirtschaftlichen Zusammenhänge des Bauwerks. Besonders deutlich wurde dabei, wie eng die Nutzung natürlicher Ressourcen, technische Infrastruktur und ökologische Auswirkungen miteinander verbunden sind.
Am Nachmittag stand die Gewässerökologie auf dem Programm. Am Beispiel des Brüningser Baches untersuchten die Schülerinnen und Schüler, welchen unterschiedlichen menschlichen Einflüssen ein Fließgewässer auf seinem Weg durch die Landschaft ausgesetzt ist. In Kleingruppen wurden an verschiedenen Probenahmestellen sowohl biologische als auch chemische Gewässergütebestimmungen durchgeführt. Die anschließende Auswertung und Besprechung der Ergebnisse im LIZ machte deutlich, wie sich die Qualität eines Gewässers bestimmen und beurteilen lässt. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse im Hinblick auf die Trinkwasserversorgung und den Klimaschutz diskutiert.
Am Freitagvormittag blieb nach dem Frühstück und dem Check-out noch einmal Zeit für die eigene Projektarbeit. Die Eindrücke und Erkenntnisse der vergangenen Tage konnten aufgegriffen, erste Ergebnisse festgehalten und Bezüge zu den individuellen Fragestellungen hergestellt werden. Anschließend trat die Gruppe die Heimreise an.
Die drei Tage am Möhnesee boten bei gutem Wetter, einer angenehmen gemeinsamen Atmosphäre und zahlreichen fachlichen Impulsen eine wertvolle Ergänzung zur Arbeit im Unterricht. Die Schülerinnen und Schüler konnten das Sauerland aus neuen Perspektiven kennenlernen, geografische Zusammenhänge unmittelbar vor Ort untersuchen und praktische Methoden der Raumanalyse erproben. Die vielfältigen Eindrücke und Erkenntnisse bilden nun eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit an den individuellen Projektarbeiten.



















